Deutschland im Zickzack – ein Roadtrip
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Deutschland im Zickzack – ein Roadtrip

Unterwegs5 Min. Lesezeit

Zwei Wochen quer durch Deutschland: vom bayerischen Rokoko über den Tegernsee nach  Bamberg, Weimar und Dresden zum Bauhaus, in den Spreewald und zurück nach Franken.

Deutschland liegt vor der Haustür – und wird deshalb gerne übersehen. Vom 28. August bis 10. September 2016 haben wir uns zwei Wochen Zeit genommen und sind im Zickzack durchs Land gefahren: von Oberbayern über Franken und Thüringen nach Sachsen, weiter zum Bauhaus nach Dessau, in den Spreewald und über Nürnberg zurück. Kein Programm mit Rekorden, dafür eines mit erstaunlich vielen Höhepunkten.

Rokoko auf der grünen Wiese

Der Auftakt gehört dem bayerischen Voralpenland. Die Wieskirche steht scheinbar zufällig auf einer Wiese – von aussen bescheiden, im Inneren ein Feuerwerk aus Stuck, Farbe und Licht. Man betritt sie und bleibt unwillkürlich stehen.

Die Wieskirche im bayerischen Voralpenland auf grüner Wiese
Unscheinbar von aussen – die Wallfahrtskirche «Zur Gegeisselten Heiland auf der Wies»
Reich verzierter Innenraum der Wieskirche mit Deckenfresko und Altar
Und innen ein Rausch aus Stuck, Gold und Licht – Rokoko in Reinkultur

Weiter geht es über Bad Tölz, wo sich die Marktstrasse mit ihren bemalten Fassaden bergab zieht – ein guter Ort für den ersten Kaffee und einen Bummel ohne Ziel.

Die abschüssige Marktstrasse von Bad Tölz mit bemalten Häuserfassaden
Bad Tölz – die Marktstrasse als Bilderbuchkulisse

Franken und Thüringen

Nach einem kurzen Abstecher an den Tegernsee, führt unsere Reise weiter Richtung Norden. Bamberg ist ein Glücksfall: eine Altstadt, die den Krieg überstanden hat, sieben Hügel, Fachwerk am Wasser und das Alte Rathaus, das mitten in der Regnitz auf einer künstlichen Insel steht. Dazu ein Rauchbier, das man mögen muss – oder eben nicht.

Das Alte Rathaus von Bamberg mit Fachwerkanbau über der Regnitz
Bamberg – das Alte Rathaus mitten im Fluss

In Weimar wird die deutsche Geistesgeschichte plötzlich sehr konkret: Goethes Wohnhaus, Schillers Arbeitszimmer, der Park an der Ilm. Vor dem Nationaltheater stehen die beiden in Bronze – nicht zu übersehen.

Das Goethe-Schiller-Denkmal vor dem Nationaltheater in Weimar
Weimar – Goethe und Schiller, das wohl meistfotografierte Doppel Deutschlands

Sachsen: Schloss, Elbe, Frauenkirche

Schloss Moritzburg liegt auf einer Insel in einem künstlichen Teich – und spiegelt sich in der Abenddämmerung so perfekt, dass man das Stativ auspacken möchte. Wer als Kind «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel» gesehen hat, erkennt es sofort.

Schloss Moritzburg spiegelt sich in der Abenddämmerung im Schlossteich
Schloss Moritzburg – Spiegeltag zur blauen Stunde

Dresden verlangt Zeit. Die wiederaufgebaute Frauenkirche, der Zwinger, der Fürstenzug, die Brühlsche Terrasse und ein Raddampfer auf der Elbe: Die Stadt hat sich ihr Gesicht zurückgeholt, und sie zeigt es gern. Als Kunstliebhaber lassen wir uns natürlich die Gemäldegalerie der Alten Meister im Zwinger und das Albertinum mit ihrer kostbaren Sammlungen nicht entgehen. Auch einen Besuch im Residenzschloss und dem Grünen Gewölbe darf nicht fehlen. 

Die Frauenkirche Dresden über dem Neumarkt mit Barockfassaden
Dresden – die Frauenkirche über dem wiederaufgebauten Neumarkt

Bauhaus in Dessau

Nach so viel Barock tut der Gegenpol gut: Das Bauhausgebäude in Dessau wirkt bald hundert Jahre nach der Eröffnung immer noch verblüffend gegenwärtig. Glasfassade, Stahlbalkone, klare Linien – und dieser Schriftzug, den jeder kennt.

Der vertikale Schriftzug BAUHAUS am Bauhausgebäude in Dessau
Dessau – Bauhaus, seit 1926 die Blaupause der Moderne

Spreewald und Rückweg über Franken

Im Spreewald wechselt man das Verkehrsmittel: Statt Auto Paddel. Auf hunderten Kilometern Wasserstrassen gleitet man zwischen Erlen und Wiesen, vorbei an Höfen, die nur per Kahn erreichbar sind. Dazu Spreewaldgurken in jeder denkbaren Variante.

Kajakfahrerin mit Sonnenhut paddelt auf einem Spreewaldfliess
Spreewald – unterwegs auf den Fliessen, das entschleunigt zuverlässig

Der Rückweg führt über Nürnberg mit der Frauenkirche am Hauptmarkt und schliesslich durch das Fachwerk-Hohenlohe. Fazit nach zwei Wochen: Deutschland ist ein unterschätztes Reiseland – und eine Fahrt im Zickzack schlägt jede gerade Linie.

Die Frauenkirche am Hauptmarkt in Nürnberg
Nürnberg – die Frauenkirche am Hauptmarkt, Endspurt der Reise

Im Zickzack durch Deutschland

11 Stationen – von Wieskirche (Steingaden) bis Schwäbisch Hall

  1. 1Wieskirche (Steingaden)
  2. 2Bad Tölz
  3. 3Bamberg
  4. 4Weimar
  5. 5Meissen
  6. 6Schloss Moritzburg
  7. 7Dresden
  8. 8Dessau (Bauhaus)
  9. 9Spreewald (Lübbenau)
  10. 10Nürnberg
  11. 11Schwäbisch Hall

Kartendaten: OpenStreetMap-Mitwirkende

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