Island heisst Eisland – und im Mai zeigt es sich von seiner grosszügigsten Seite: Schnee bis ans Wasser, Tageslicht fast rund um die Uhr und Berge, die direkt aus dem Fjord aufsteigen. Vom 14. bis 21. Mai 2022 war ich mit Freunden und organisiert durch den Heliskispezialist Travelzone im Norden der Insel unterwegs, mit Standquartier im Siglo Hotel in Siglufjörður.
Anreise: Zürich – Reykjavík – Norden
Abflug in Zürich um 12.45 Uhr, Landung in Reykjavík am frühen Nachmittag. Danach folgte der rund sechseinhalb ständge Busfahrt quer durch das Land nach Norden, vorbei an Lavafeldern, leeren Weiten und ersten verschneiten Gipfeln. Kurz vor Mitternacht Ankunft im Hotel – und trotzdem stand noch das Anpassen der Ski und die Programmbesprechung an. Vorfreude schlägt Müdigkeit.
Das Siglo Hotel
Das Hotel liegt in einem engen Fjord, eingeklemmt zwischen Bergen und Meer, in Islands nördlichster Ortschaft. Aus den Zimmern blickt man aufs Wasser und auf die Hänge, die man am nächsten Tag befahren wird. Nach dem Skitag: Sauna und ein Outdoor-Jacuzzi, gespeist von heissen Quellen, dazu fangfrischer Fisch im Restaurant. Ein besseres Basislager für eine Heliski-Woche gibt es kaum.
Fünf Tage Heliskiing
Der erste Morgen begann mit dem Pflichtprogramm: Lawinenkunde, LVS-Training, Verhalten am und im Helikopter, Einstellen der Ausrüstung. Danach der schöne Teil. Der A-Star-Helikopter fliegt Gruppen von maximal vier Gästen plus Bergführer – nach fünf bis zehn Minuten ist er zurück und holt die nächsten. Wartezeit am "Lift": praktisch keine.
Die Geländewahl liegt bei den Guides: Lawinenlage, Wetter, Schnee und Können der Gruppe entscheiden. Was bleibt, sind Bilder, die man so nirgends sonst bekommt – Abfahrten, die oben im Firn beginnen und unten am Meer enden, dort, wo Arktischer Ozean und Atlantik aufeinandertreffen. Das Mittagessen findet meist draussen im Gelände statt: Suppe, Tee, Sandwiches, zubereitet von den Guides.
Skifahren um Mitternacht
Mitte Mai wird es im Norden Islands kaum noch dunkel. Die "fast Mitternachtssonne" verlängert den Tag so weit, dass auch später am Abend noch eine Abfahrt möglich ist – flaches, goldenes Licht auf den Hängen, Schatten, die nicht enden wollen. Wer einmal um 22 Uhr im Firn gestanden hat, versteht, warum diese Woche in Island anders ist als jede Ski-Woche in den Alpen.
Reykjavík zum Abschluss
Am 20. Mai hiess es Abschied nehmen: Fahrt nach Akureyri, Kurzflug nach Reykjavík, ein Zimmer im Hotel am Alten Hafen. Von dort starten die Boote zur Papageientaucher- und Walbeobachtung, der Tjörnin-See und die Innenstadt liegen wenige Gehminuten entfernt. Den Nachmittag verbringen wir in der Sky-Lagoon mit ihren heissen Quellen. Ein tolles Erlebnis mit Blick aufs Meer und einem kühlen Bier in der Hand. Ein letzter Abend in der Stadt, ein Vormittag auf eigene Faust – und am 21. Mai zurück nach Zürich.
Fazit
Island bietet unlimitierte Abfahrten in freien Gelände und ohne Baumgrenze. Hänge, die man aus der Luft anfliegt und bis ans Meer ausfährt. Dazu ein Land, das mit Vulkanen, Fjorden und Weite ohnehin schon genug wäre. Für mich eine der intensivsten Skiwochen überhaupt.
Ich buche meine Heliskireisen beim spezialisierten Reiseveranstalter Travelzone* in der Schweiz. Die Firma und deren Personal haben langjährige Erfahrung rund um den Globus mit derartigen Reisen und kennen die besten Orte.
*Offenlegung: Ich bin bei dieser Firma Mitglied des Verwaltungsrates, habe aber keine finanzielle Beteiligung.


