Als ich Anfang der Nullerjahre in Kanada zum ersten Mal zwei Heliski-Schnuppertage absolvierte, war das das wortwörtliche «Erfahren» einer zusätzlichen Dimension - schon fast wie im Film «The Matrix». Es war der Auslöser für eine Leidenschaft, die bis heute andauert.
Was es kostet
Heliskifahren ist kein billiger Sport. Je nach Ort und Jahreszeit muss man für eine Heliskiwoche zwischen zehntausend und fünfzehntausend Franken inklusive Anreise aus der Schweiz rechnen. Wenn es viel billiger ist, würde ich mir Sorgen über die Qualität machen, und hier vor allem die Sicherheit hinterfragen. Teurer geht natürlich immer.
Wer dafür bereit ist
Man muss zwar kein Profi sein, aber Anfänger wären schlecht beraten, sich in ein solches Abenteuer zu stürzen. Wichtig ist die Erkenntnis, dass Skifahren im Gelände wenig mit Skifahren auf präparierten Pisten zu tun hat. Auf dem Gletscher durch den Pulverschnee zu kreuzen, lernt man als Neueinsteiger schnell. Durchhaltevermögen braucht man für die langen Stunden draussen bei z.T. auch widerlichen Bedingungen. Technik und Kraft wiederum hilft bei schwierigen Schneeverhältnissen und Abfahrten im Wald.
Sicherheit
Die professionellen Heliskiunternehmen betreiben einen beträchtlichen Aufwand, um die üblichen Risiken dieses Sportes zu minimieren. Dies wird unter anderem mit ausgeklügelten Datenanalysen der Schneedecke, der vorsorglichen Sprengung von gefährlichen Hängen und Schneeüberhängen sowie der Selektion und regelmässigen Ausbildung der für die Gruppen verantwortlichen Bergführer erreicht. Für die Helikopter gibt es strenge Wartungsauflagen und die Piloten sind ausserdem sehr erfahren. Die Teilnehmer werden vor Ort geschult, mit Funkgeräten und für den Fall einer Verschüttung in einer Lawine mit Suchgerät, Schaufel, Sondierstange und immer öfter auch ABS-Rucksack ausgerüstet.
Wohin
Es gibt nebst Kanada auch andere lohnende Heliski-Zielgebiete, wie Island, der Osten Russlands oder noch «exotischere» Regionen wie die Türkei, Indien, Georgien, Usbekistan oder Patagonien. Kanada bietet am meisten Auswahl und es gibt dort meistens viel und guten Pulverschnee. Dies hat einerseits mit der grossen Niederschlagsmenge und anderseits mit der nördlichen Lage zu tun. Die Temperaturen können im Extremfall auch mal unter minus dreissig Grad fallen, aber das ist eher die Ausnahme. Auch in Kanada gibt es Wärmeinbrüche, die dann den Schnee schwerer machen. Es ist also nicht garantiert, dass man auf den legendären, feinstaubigen «Champagne Powder» zählen kann.
Es ist ja nicht nur der Schnee, der dieses einmalige Erlebnis ausmacht. Es sind u.a. auch die unglaublichen Landschaften, die einen nicht mehr loslassen, und die Freundschaften, die man dabei schliessen kann. Ein Heliskitrip nach Kanada lässt sich übrigens gut mit ein paar Tagen in einem der bekannten Skigebiete wie Lake Louise bei Banff oder Whistler nördlich von Vancouver kombinieren. Der nächste Winter steht vor der Tür. Auf in die vierte Dimension!
Ich buche meine Heliskireisen beim spezialisierten Reiseveranstalter Travelzone* in der Schweiz. Die Firma und deren Personal haben langjährige Erfahrung rund um den Globus mit derartigen Reisen und kennen die besten Orte.
*Offenlegung: Ich bin bei dieser Firma Mitglied des Verwaltungsrates, habe aber keine finanzielle Beteiligung.


