Wüste, Delta und Rauch, der donnert
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Wüste, Delta und Rauch, der donnert

Unterwegs8 Min. Lesezeit

In drei Wochen von Namibia über Botswana nach Simbabwe: rote Dünen in der Kalahari und bei Sossusvlei, Spitzmaulnashörner im Damaraland, Elefanten am Wasserloch in Etosha, das Okavango Delta und zum Schluss die donnernden Victoria Falls.

Manchmal beginnt eine Reise nicht mit einem grossen Moment, sondern mit einer langen Schlange am Flughafen, mit müden Augen und der Frage, ob das Gepäck wohl mitgekommen ist. Nach einem Nachtflug aus Zürich lagen mehr als drei Wochen südliches Afrika: Namibia, Botswana und die Victoria Falls vor uns. Wüste, Wasser, Staub, Kälte, Tierbegegnungen und Landschaften, die sich tief einprägen. Es wurde eine Reise, die uns immer wieder staunen liess – und manchmal ganz still machte.

Namibia: Weite, Wüste und grosse Stille

Die ersten Tage führten uns nach einem kurzen Abstecher nach Windhoek in die namibische Kalahari. Schon auf der Fahrt hinaus aus der namibischen Hauptstadt veränderte sich der Blick: weniger Zivilisation, mehr Himmel, mehr Weite. In der Kalahari standen die roten Dünen im warmen Licht, das Gras leuchtete golden, und plötzlich waren sie da – Gnus, Giraffen, Springböcke. Es war kein dramatischer Auftakt, eher ein behutsames Hineingleiten in diese Landschaft. Gerade das machte ihn so schön.

Sonnenuntergang hinter einem Baum am Horizont in der Kalahari
Sonnenuntergang während der Fusspirsch in der Kalahari
Giraffe in der grünen Savanne
Giraffe in der Savanne – anmutig zwischen den Bäumen
Giraffe als Silhouette mit Mond in der Dämmerung
Giraffe im Vollmond – stille Szene in der Kalahari Red Dunes Lodge

Einige Tage später, im Namib Rand Nature Reserve wurde die Landschaft dramatischer, stiller, fast unwirklich. Die Wüste scheint nur auf den ersten Blick leer; Oryx, Zebras, Springböcke oder Strausse verlieren sich oft in der Weite der Landschaft. Die Landschaft wirkt mit ihren Farben, Formen und Schatten.

Offener Safarigeländewagen auf Pirsch im Namib Rand Nature Reserve
Auf Pirsch im Namib Rand Nature Reserve
Weite Grasebene vor einem schroffen Bergmassiv in Namibia
Grasebenen, Oryxherden und Bergmassive, soweit das Auge reicht
Weite Ebene mit Berg am Horizont im NamibRand Nature Reserve
Fast unwirklich: die Weite des Namib Rand Nature Reserve
Vlei mit grüner Halbinsel vor roter Düne und Bergmassiv in der Namib
Farben, Formen und Schatten – Lichtspiel in der Namib
Einsame Schotterpiste durch endlose Grassteppe in Namibia
Weniger Zivilisation, mehr Himmel, mehr Weite – unterwegs auf Namibias Pisten, begleitet von Schakalen
Riesige rot leuchtende Düne bei Sossusvlei
Harte Lichtlinien treffen auf riesige Dünen bei Sossusvlei
Abgestorbener Kameldornbaum auf weissem Lehmboden vor roter Düne im Deadvlei
Deadvlei: schwarze, längst abgestorbene Kameldornbäume auf weissem Lehmboden

Bei Sossusvlei und Deadvlei standen wir zwischen roten Dünen, weissem Lehmboden und den schwarzen Silhouetten abgestorbener Kameldornbäume. Der Wind trieb Sand über den Boden, die Sonne zeichnete harte Linien in die Dünen, und für einen Moment wirkte alles wie eine Bühne, die nur für Licht und Stille gebaut wurde.

Fussspur im roten Sand der Namib
Vergängliche Spuren – der Wind wird sich darum kümmern.
Sesriem Canyon mit Wasser zwischen den Felswänden
Überraschend nass: der Sesriem Canyon nahe Sossusvlei
McGregor's Bakery in Solitaire, einsamer Kultstopp in der Wüste
McGregor's Bakery in Solitaire – Kultstopp mit Kultapfelkuchen mitten im Nirgendwo
Nebel und Brandung am Atlantikstrand von Swakopmund
Kühle, neblige Atlantikluft – der Strand von Swakopmund
Historisches Jugendstilgebäude der Adler Apotheke in Swakopmund
Deutsch-afrikanisches Flair: die Adler Apotheke in Swakopmund

Nach der kühlen, nebligen Atlantikluft von Swakopmund führte uns der Weg weiter ins Erongo-Gebirge. Zwischen riesigen Granitfelsen lag die Ondudu Safari Lodge wie ein Rückzugsort am Rand der Welt. Besonders in Erinnerung blieb der Aufstieg vor Sonnenaufgang auf einen Granitmonolithen. Unter dem Sternenhimmel gingen wir mit unserem Führer schweigend und mit einem mulmigen Gefühl los, fanden Spuren von Leoparden und Hyänen und erreichten den Gipfel, als der erste helle Streifen am Horizont erschien. Die Paviane beobachteten uns aus sicherer Distanz. Solche Augenblicke erklären, warum man reist.

Ondudu Safari Lodge between giant granite rocks in the Erongo Mountains
Wie ein Rückzugsort am Rand der Welt: die Ondudu Safari Lodge im Erongo Gebirge
Weite Granitlandschaft im Erongo-Gebirge bei Sonnenlicht
Zwischen riesigen Granitfelsen unterwegs im Erongo Gebirge
Wildpferde der Namib mit Fohlen in der Ebene bei Garub
Die Wildpferde der Namib bei Garub – zäh und anpassungsfähig

Damaraland und Etosha: Nashörner, Elefanten und grosse Momente

Im Damaraland wirkte die Landschaft noch wilder und fremder. Wir waren dort, um freilebende Spitzmaulnashörner zu sehen – Tiere, deren blosse Existenz heute nicht selbstverständlich ist. Mit Rangern und Guide fuhren wir stundenlang durch eine karge, steinige Landschaft, bis sich plötzlich Bewegung zeigte. Später standen wir zu Fuss in sicherer Distanz vor einem Nashornbullen. Kein Spektakel, kein lautes Safari-Drama, sondern ein stiller, respektvoller Moment. Wir hatten das Gefühl, etwas nicht Alltägliches erleben zu dürfen. Der Mittagshalt im trockenen Flusslauf bleibt unvergesslich.

Karge, steinige Graslandschaft mit Bergkette im Damaraland
Wild und fremd: die karge Landschaft des Damaralands
Freilebendes Spitzmaulnashorn grast zwischen grünen Büschen
Angriffslustig: Spitzmaulnashornweibchen im Damaraland
Mittagshalt auf weissen Liegestühlen im trockenen Flusslauf
Unvergesslich: der Mittagshalt im trockenen Flusslauf
Riesige gepanzerte Heuschrecke (Koringkriek) auf einem Ast
Auch die kleinen Bewohner faszinieren: eine gepanzerte Heuschrecke (Koringkriek)
Safarizelt in der blauen Morgendämmerung
Rhino Desert Camp im Damaraland in der Abenddämmerung – die kalte Nacht kündigt sich an.
Erste Dämmerung über dem Erongo-Gebirge vor Sonnenaufgang
Lichtspiel unter dem Sternenhimmel – die Dämmerung naht über dem Damaraland
Löwin steht in der Savanne vor einem toten Baum
Begegnung im Etosha-Nationalpark
Gerade Schotterpiste zwischen Akazien in der namibischen Savanne
Endlose Pisten unter schattenspendende Akazien – unterwegs im Etosha National Park

Etosha und Ongava zeigten danach die ganze Fülle des afrikanischen Tierlebens. Schon die erste Pirschfahrt brachte Nashörner, Giraffen, Oryx, Zebras, Kudus, Schakale und Elefanten. Im Etosha-Nationalpark kreuzte ein Löwe mit prachtvoller Mähne unseren Weg, später standen riesige Herden von Gnus, Zebras und Straussen an einer Wasserstelle. Am meisten berührten uns jedoch die stillen Szenen am Wasserloch von Anderssons at Ongava: Elefanten, die sich mit Schlamm bespritzten, Giraffen, die mit gespreizten Beinen tranken, Nashörner in der Dämmerung. Es waren Bilder, die nicht laut sein mussten, um gross zu sein.

Giraffe trinkt mit gespreizten Beinen an einem Wasserloch
Perfekt inszeniert: Giraffen am Wasserloch
Zwei Elefanten begrüssen sich mit verschlungenen Rüsseln
Herzliche Begrüssung – Elefanten in Etosha - Der Springbock ist nur Staffage
Zebraherde an einer Wasserstelle in der Etosha Pfanne
Zebraherde auf dem Weg zur Wasserstelle
Zwei Oryxantilopen trinken an einem Wasserloch
Männliche Kudus mit ihren beeindruckenden Hörnern – stille Szene am Wasserloch
Breitmaulnashorn im hohen Gras
Breitmaulnashorn im hohen Gras – kann auf bis zu 50km/h beschleunigen
Winziges Dikdik versteckt sich im Busch
Gut getarnt und trotzdem entdeckt: ein Dikdik, kaum grösser als ein Kaninchen
Termitenhügel im Grasland vor einem Bergmassiv
Termitenhügel vor Bergpanorama – Zeichen des Lebens in der Trockenheit

Botswana: Kalahari, Okavango und Linyanti

Mit dem Flug nach Botswana wechselte nicht nur das Land, sondern auch die Stimmung der Reise. In der Deception Valley Private Reserve war die Kalahari wild, von dichtem Buschland bewachsen und rau. Die Morgen im offenen Fahrzeug waren bitterkalt, doch die Landschaft entschädigte alles. Wir sahen Kudus, Impalas, Giraffen, Nashörner und Elefanten. Eine Bushman-Führung gab dem Ort eine zusätzliche Tiefe: Feuer machen mit zwei Hölzern, Pfeilherstellung, Erzählungen über das Leben im Busch. Und dann, in der Dunkelheit, spürte unser Tracker nahe der Lodge ein Leopardenweibchen auf – ein kurzer, magischer Moment im Scheinwerferlicht.

Kleinflugzeug auf einer Buschpiste beim Einsteigen der Passagiere
Unser Fortbewegungsmittel in Botswana - Mit dem Buschflieger von Camp zu Camp
San-Guide erklärt das Leben im Busch an einem Baum
Bushman-Führung: Geschichten und Wissen aus dem Busch
Leopard liegt gut getarnt im hohen Gras
Schön und anmutig: ein Leopard ruht sich von den Strapazen der nächtlichen Jagd aus.
Elefant steht zwischen Bäumen im dichten Buschland
Plötzliche Elefantenbegegnung im dichten Buschland
Afrikanischer Wildhund schaut aus dem Gras
Seltener Gast: ein Afrikanischer Wildhund
Tüpfelhyäne steht am Rand des Buschlands
Tüpfelhyäne am Wegesrand

Das Okavango Delta fühlte sich an wie eine andere Welt. Nach Tagen aus Staub, Stein und Sand lag plötzlich Wasser vor uns: Kanäle, Schilf, Spiegelungen, Palmeninseln. Im Pom Pom Camp blickten wir auf eine Landschaft, die ständig in Bewegung war. Nilpferde grunzten im Wasser, Elefanten zogen durch die Flutebenen und regelmässig auch direkt durchs Camp, Kingfisher schossen wie Farbpfeile über die Kanäle. Ein Leopardenjunges kletterte vor unseren Augen auf einen Baum und legte sich auf einen Ast, als wäre es zum Fototermin beordert worden. Später fanden wir Wildhunde mit Jungen – alles Beobachtungen, die uns lange in Erinnerung bleiben werden.

Leopardenjunges liegt auf einem Ast
Wie zum Fototermin beordert: das Leopardenjunge auf einem ausladenden Ast
Mokoro-Fahrt durch das Schilf des Okavango Deltas
Lautlos unterwegs: Fahrt im Einbaum durchs Delta
Krokodil liegt am Ufer im Gras
Krokodil am Ufer – ständiger Begleiter im Okavangodelta
Sonnenuntergang mit Spiegelung über den Wasserwegen
Sonnenuntergang über den Wasserwegen des Okavangodeltas
Farbenprächtige Gabelracke sitzt auf einem Ast
Farbtupfer im Gebüsch: eine Gabelracke
Nilpferde am Ufer eines Gewässers
Nilpferde – hörbar und sichtbar präsent
Löwe watet durch das feuchte Grasland
Löwe unterwegs durchs Feuchtgebiet
Elefanten im Morgennebel zwischen Bäumen
Elefanten im Morgennebel des Deltas
Baum im Morgennebel über den Flutebenen
Morgenstimmung über dem Okavango
Ein Elefant in der weiten Flutebene des Deltas
Weite Flutebenen – ein Elefant in der Delta-Landschaft

Die lautlosen Fahrten im Einbaum und die Bootstouren durch die natürlichen Wasserstrassen zeigten uns das Delta von einer poetischen Seite. Alles wurde langsamer: das Licht, die Geräusche, sogar unser eigener Atem. Im Linyanti-Gebiet beim Chobe Nationalpark wurde die Landschaft wieder wilder und dichter. Büffelherden, Nilpferde, Zebras, Hyänen und das nächtliche Brüllen von Löwen begleiteten unsere letzten Safaritage in Botswana.

Löwe liegt gähnend im Schatten
Ein Nickerchen in Ehren, kann niemand verweheren: Löwenruhe im Linyanti-Gebiet
Büffel mit einem Madenhacker auf dem Rücken
Büffel mit geflügeltem Begleiter
Elefant im dichten Uferwald
Elefant im dichten Uferwald
Grosse Sonne sinkt über dem Okavango Delta
Glühender Himmel mit Büffelherde im Flusslauf von Linyanti
Baum als Silhouette in der Abenddämmerung
Morgenstimmung mit Geiern und Marabus
Victoria Falls mit Regenbogen über der Schlucht
Mosi-oa-Tunya – der Rauch, der donnert, mit Regenbogen - Victoria Fälle in Simbabwe

Victoria Falls: Grosser Schlussakkord

Der Schlussakkord wartete in Simbabwe. Schon beim «High Tea» von der Terrasse des Victoria Falls Hotel aus sahen wir die Gischt wie Rauch über den Bäumen stehen. Am späten Nachmittag gingen wir zu den Fällen. Mit Regenpelerinen standen wir an den Aussichtspunkten, während die Wassermassen donnerten und die Gischt wie Regen auf uns niederfiel. In der lokalen Sprache der Lozi heissen die Fälle «Mosi-oa-Tunya», was so viel wie «der Rauch, der donnert» heisst. Was für ein treffender Name! Dann spannte sich in der Abendsonne ein Regenbogen über die Schlucht. Nach all den Wüsten, Pisten, Flussläufen und Tierbegegnungen war dieser finale Moment unserer Reise fast zu perfekt.

Victoria Falls Bridge über der Sambesi-Schlucht
Die Victoria Falls Bridge über der Sambesi-Schlucht

Für die Organisation einer Reise kann ich das Reisebüro Helbling in Gossau empfehlen, das mir bei der Organisation dieser Reise behilflich waren. Ich habe bei dieser Firma keine finanziellen Interessen.

Namibia, Botswana und Victoria Falls

11 Stationen – von Windhoek bis Victoria Falls

  1. 1Windhoek
  2. 2Kalahari
  3. 3Sossusvlei / Deadvlei
  4. 4Swakopmund
  5. 5Erongo-Gebirge (Ondudu)
  6. 6Damaraland
  7. 7Etosha / Ongava
  8. 8Deception Valley (Kalahari)
  9. 9Okavango Delta (Pom Pom)
  10. 10Linyanti / Chobe
  11. 11Victoria Falls

Kartendaten: OpenStreetMap-Mitwirkende

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