Japan im Januar: 15 Meter Schnee pro Saison, Birkenwälder voller Pulver und Onsen am Abend. Vom 16. bis 29. Januar 2019 führte mich eine Ski-Safari von Tokio quer über Honshu bis in den Norden von Hokkaido — mit dem Shinkansen und einer beeindruckenden Zahl an Skigebieten.
Auftakt in Tokio
Zwei Nächte im Stadtteil Shinjuku, dazwischen eine Stadtrundfahrt mit einem lokalen Guide. Der Kontrast könnte kaum grösser sein: Millionenstadt heute, tiefverschneite Bergdörfer morgen.
Iwate – Geto Kogen und Shizukuishi
Mit dem Shinkansen Yamabiko von der Tokyo Station nach Kitakami, danach per Minibus ins Skigebiet. Geto Kogen gilt als eines der schneereichsten Gebiete Japans — geschätzte 15 Meter pro Saison, eine Schneebasis von vier bis fünf, manchmal sieben Metern. Und als wir dort waren kaum Menschen. Wir hatten das Skigebiet fast für uns allein.
Am nächsten Morgen Cat Skiing zum Sonnenaufgang: frühmorgens Abholung, mit der Pistenraupe hinauf zum Gipfel und im ersten Licht eine Abfahrt durch unberührte Hänge. Der restliche Tag gehörte dem Skigebiet Shizukuishi.
Hachimantai und Hakkoda
Das Resort Shimokura im Norden der Präfektur Iwate teilt sich mit dem Panorama-Gebiet ein Liftticket, ein Shuttle verbindet die beiden Talstationen. Weiter nördlich dann Hakkoda in der Präfektur Aomori — kein klassisches Pistenskigebiet, sondern Backcountry-Terrain, berühmt für die «Juhyo», die Eismonster aus vereisten Bäumen. Dazwischen fährt man Pulverschnee. Das Wetter kann hart sein, die Saison dafür lang, von Dezember bis Mitte Mai.
Über die Meerenge nach Hokkaido
Der Shinkansen Hayabusa brachte uns von Shin-Aomori nach Shin-Hakodate, Abendessen im Ryotei Fumoto, Übernachtung im Ryokan Bourou Noguchi Hakodate.
Rusutsu, Kiroro, Teine
Rusutsu liegt südöstlich des Mount Yotei und verteilt sich auf drei Berge — West Mountain, East Mountain und Mt Isola. Bei 13 Metern Jahresschnitt gehört das Treeskiing hier zum Besten der Welt. Kiroro, an den Westhängen des Asaridake, hat oft die höchsten Schneefälle Hokkaidos. Und Sapporo Teine kombiniert sanftes Olympia-Gelände mit steilem Hochland, Treeskiing und Zugängen ins Backcountry.
Niseko zum Abschluss
Drei Nächte im Hyatt Shiki Niseko. Niseko ist offiziell Japans Skigebiet Nummer eins: vier verbundene Gebiete — Grand Hirafu, Hanazono, Niseko Village und An'nupuri — mit über 15 Metern Schnee pro Saison, weiten Bowls und legendärem Tree-Skiing.
Was bleibt
Der Rückweg führte über Chitose nach Tokio Haneda und schliesslich nach Narita. Was bleibt, ist die Erinnerung an eine unglaubliche Schneequalität, an das Onsen nach jedem Skitag, an die köstlichen Mahlzeiten in kleinen Ryokans — und an ein Land, das perfekten Service als Selbstverständlichkeit versteht. Dies Skisafari durch Japan hat sich für mich in jeder Hinsicht gelohnt. Die Skigebiete auf der Hauptinsel Honshu sind im Vergleich zu europäischen Skigebieten tendenzielle eher kleiner und haben oft auch recht veraltete Anlagen. Dafür war Skifahren mit dem vielen täglichen Neuschnee eindrücklich. Die Skigebiete auf Hokkaido entsprechen in Bezug auf Grösse, Liftanlagen und genereller Infrastruktur europäischen Standards. Japan ich komme hoffentlich bald wieder!
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