Syrien 2005 – Reise in ein Land, das es so nicht mehr gibt
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Syrien 2005 – Reise in ein Land, das es so nicht mehr gibt

Unterwegs6 Min. Lesezeit

Im September 2005 durch Syrien: Damaskus, Palmyra, Krak des Chevaliers, die Norias von Hama, Aleppos Souks und Maalula – Bilder eines Landes vor dem Krieg.

Im September 2005 reisten wir durch Syrien – ein Land, das damals zu den grossen, noch wenig überlaufenen Kulturdestinationen des Nahen Ostens gehörte. Römische Ruinenstädte, Kreuzritterburgen, Basare, in denen seit Jahrhunderten gehandelt wird, und eine Gastfreundschaft, die einen fast verlegen macht. Wenige Jahre später versank vieles davon im Krieg. Diese Bilder sind deshalb auch ein Stück Erinnerung an ein Syrien, das es so nicht mehr gibt.

Damaskus – die älteste bewohnte Stadt der Welt

Damaskus ist der Auftakt. Adnan, damaliger Geschäftspartner und später zum Freund geworden, empfängt uns in "seiner" Stadt. In der Altstadt reiht sich ein Höhepunkt an den nächsten, und im Zentrum steht die Umayyaden-Moschee mit seinem weiten, hell gepflasterten Hof. Ein Ort von erstaunlicher Ruhe mitten in einer lauten Stadt.

Der Innenhof der Umayyaden-Moschee in Damaskus mit Arkaden und Minarett
Damaskus – der Hof der Umayyaden-Moschee, seit dem 8. Jahrhundert das Herz der Altstadt

Gleich nebenan beginnt das Gassengewirr der Souks: Gewürze, Seifen, Stoffe, Teppiche, Kupfer. Man verhandelt, trinkt Tee, verhandelt weiter – und geht am Ende mit etwas nach Hause, das man nicht gesucht hat.

Überdachte Basargasse mit Ständen und Einkaufenden
Unter dem Tonnengewölbe des Souks – Handel wie seit Jahrhunderten
Schwarzes Oldtimer-Cabriolet auf einer Strasse in weiter Landschaft
Unterwegs mit Stil – im Cabriolet unseres Freundes Adnan auf Stadtrundfahrt in Damaskus

Palmyra – Wüstenstadt mit altrömischem Flair

Von Damaskus geht es nach Osten in die Wüste. Palmyra taucht unvermittelt aus dem flimmernden Horizont auf: ein Ruinenfeld von gewaltigem Ausmass, Säulenstrassen, Tempel, Theater. Die Oasenstadt war einst Drehscheibe zwischen dem Römischen Reich und Persien – und man spürt beim Gang durch die Kolonnaden, wieviel Reichtum hier zusammenfloss.

Verrosteter Wegweiser in der syrischen Wüste mit Richtungen nach Palmyra, Homs, Deir ez-Zor und Bagdad
Wegweiser mitten in der Wüste – Palmyra 85 km, Homs 123 km, Bagdad irgendwo dahinter
Weites Ruinenfeld von Palmyra mit Säulenreihen in der Wüste
Palmyra – das Ruinenfeld reicht bis an den Horizont
Das römische Theater von Palmyra mit Bühnenfassade und Säulen
Das römische Theater in Palmyra
Bunt bemaltes Dreirad-Lastentaxi mit Teppichen vor einer Ruine in Palmyra
Fliegender Händler in Palmyra – bunt bemaltes Dreirad mit Tüchern und Teppichen

Zum Bild gehören auch die Kamele, die im Schatten der Ruinen auf Kundschaft warten – bunt geschmückt, geduldig und völlig unbeeindruckt von der Hitze.

Bunt geschmücktes Kamel liegt im Schatten antiker Mauern
Pause im Schatten – Kamel mit reich verziertem Sattelschmuck

Hama, Krak des Chevaliers und Aleppo

Weiter nordwärts: In Hama drehen sich die hölzernen Norias, mächtige Wasserräder am Orontes, die seit dem Mittelalter das Wasser in die Kanäle heben. Ihr tiefes Ächzen hört man, bevor man sie sieht. In Aleppo verbringen wir einige Tage und besichtigen die wunderbare Altstadt, die Zitadelle und den berühmten Bazaar.

Grosses hölzernes Wasserrad (Noria) am Fluss Orontes in Hama
Hama – die Norias am Orontes, bis zu 20 Meter im Durchmesser

Der Krak des Chevaliers thront auf einem Hügel über der Ebene und gilt als besterhaltene Kreuzritterburg der Welt. Wer durch die Rampen, Hallen und Wehrgänge geht, versteht, warum sie nie erstürmt wurde. Von Krak des Chevaliers machen wir einen kurzen Abstecher nach Latakia an der Küste. Die wichtigste Hafenstadt Syriens ist zugleich ein beliebter Aufenthaltsort für Sommerfrischler. Zumindest damals war das noch so...

Die Kreuzritterburg Krak des Chevaliers auf einem Hügel
Krak des Chevaliers – die mächtigste Kreuzritterburg des Orients

Maalula – wo noch Aramäisch gesprochen wird

Ein letzter Abstecher führt nach Maalula, einem christlichen Dorf, dessen blau getünchte Häuser sich in eine steile Felsschlucht schmiegen. Hier wird bis heute Aramäisch gesprochen – die angebliche Sprache Jesu. Ein stiller, eindrücklicher Schlusspunkt einer Reise, deren Bilder mit den Jahren immer kostbarer geworden sind.

Zum Schluss der Reise kehren wir nach Damaskus zurück. Eine eindrückliche Reise geht zu Ende. Was wohl von damals nach dem Bürgerkrieg noch zu sehen ist? Unser Freund Adnan hat während den letzten schwierigen Jahren stets versucht den Tourismus so weit das überhaupt möglich war zu fördern. So betreibt er eine eigene Agentur, die Kunden professionell betreut und ausserdem ist er Besitzer eines wunderschönen Boutique Hotels mit dem Namen Beit Zafran in der Altstadt von Damaskus. Wir haben beste Erinnerungen an das Syrien von damals und möchten es dem Land gönnen, wenn es wieder zu alter Blüte auferstehen würde.

Das Dorf Maalula mit hellen Häusern an einer steilen Felswand
Maalula – Häuser kleben an der Felswand, im Dorf klingt noch Aramäisch

Rundreise durch Syrien

8 Stationen – von Damaskus bis Latakia

  1. 1Damaskus
  2. 2Maalula
  3. 3Palmyra
  4. 4Homs
  5. 5Hama
  6. 6Aleppo
  7. 7Krak des Chevaliers
  8. 8Latakia

Kartendaten: OpenStreetMap-Mitwirkende

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