Im September 2005 reisten wir durch Syrien – ein Land, das damals zu den grossen, noch wenig überlaufenen Kulturdestinationen des Nahen Ostens gehörte. Römische Ruinenstädte, Kreuzritterburgen, Basare, in denen seit Jahrhunderten gehandelt wird, und eine Gastfreundschaft, die einen fast verlegen macht. Wenige Jahre später versank vieles davon im Krieg. Diese Bilder sind deshalb auch ein Stück Erinnerung an ein Syrien, das es so nicht mehr gibt.
Damaskus – die älteste bewohnte Stadt der Welt
Damaskus ist der Auftakt. Adnan, damaliger Geschäftspartner und später zum Freund geworden, empfängt uns in "seiner" Stadt. In der Altstadt reiht sich ein Höhepunkt an den nächsten, und im Zentrum steht die Umayyaden-Moschee mit seinem weiten, hell gepflasterten Hof. Ein Ort von erstaunlicher Ruhe mitten in einer lauten Stadt.
Gleich nebenan beginnt das Gassengewirr der Souks: Gewürze, Seifen, Stoffe, Teppiche, Kupfer. Man verhandelt, trinkt Tee, verhandelt weiter – und geht am Ende mit etwas nach Hause, das man nicht gesucht hat.
Palmyra – Wüstenstadt mit altrömischem Flair
Von Damaskus geht es nach Osten in die Wüste. Palmyra taucht unvermittelt aus dem flimmernden Horizont auf: ein Ruinenfeld von gewaltigem Ausmass, Säulenstrassen, Tempel, Theater. Die Oasenstadt war einst Drehscheibe zwischen dem Römischen Reich und Persien – und man spürt beim Gang durch die Kolonnaden, wieviel Reichtum hier zusammenfloss.
Zum Bild gehören auch die Kamele, die im Schatten der Ruinen auf Kundschaft warten – bunt geschmückt, geduldig und völlig unbeeindruckt von der Hitze.
Hama, Krak des Chevaliers und Aleppo
Weiter nordwärts: In Hama drehen sich die hölzernen Norias, mächtige Wasserräder am Orontes, die seit dem Mittelalter das Wasser in die Kanäle heben. Ihr tiefes Ächzen hört man, bevor man sie sieht. In Aleppo verbringen wir einige Tage und besichtigen die wunderbare Altstadt, die Zitadelle und den berühmten Bazaar.
Der Krak des Chevaliers thront auf einem Hügel über der Ebene und gilt als besterhaltene Kreuzritterburg der Welt. Wer durch die Rampen, Hallen und Wehrgänge geht, versteht, warum sie nie erstürmt wurde. Von Krak des Chevaliers machen wir einen kurzen Abstecher nach Latakia an der Küste. Die wichtigste Hafenstadt Syriens ist zugleich ein beliebter Aufenthaltsort für Sommerfrischler. Zumindest damals war das noch so...
Maalula – wo noch Aramäisch gesprochen wird
Ein letzter Abstecher führt nach Maalula, einem christlichen Dorf, dessen blau getünchte Häuser sich in eine steile Felsschlucht schmiegen. Hier wird bis heute Aramäisch gesprochen – die angebliche Sprache Jesu. Ein stiller, eindrücklicher Schlusspunkt einer Reise, deren Bilder mit den Jahren immer kostbarer geworden sind.
Zum Schluss der Reise kehren wir nach Damaskus zurück. Eine eindrückliche Reise geht zu Ende. Was wohl von damals nach dem Bürgerkrieg noch zu sehen ist? Unser Freund Adnan hat während den letzten schwierigen Jahren stets versucht den Tourismus so weit das überhaupt möglich war zu fördern. So betreibt er eine eigene Agentur, die Kunden professionell betreut und ausserdem ist er Besitzer eines wunderschönen Boutique Hotels mit dem Namen Beit Zafran in der Altstadt von Damaskus. Wir haben beste Erinnerungen an das Syrien von damals und möchten es dem Land gönnen, wenn es wieder zu alter Blüte auferstehen würde.

